Gesundheitliche Probleme sind fern, wenn man jung und stark ist. Menschen werden aber älter und manchmal dauerhaft krank. So ist es vernünftig, rechtzeitig schlechte Zeiten einzukalkulieren. Immerhin jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland muss vor Erreichen des Rentenalters aus seinem Beruf aussteigen – wegen Rückenbeschwerden oder Krebs, nach einem Herzinfarkt, immer häufiger auch aus psychischen Gründen. Ohne private Vorsorge für eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit bleibt Betroffenen dann höchstens eine gesetzliche Invalidenrente.
Sie ist jedoch sehr niedrig: In den alten Bundesländern liegt sie derzeit bei durchschnittlich 850 EUR, in den neuen bei etwa 650 EUR. Auf gar keinen Fall ist es möglich, damit den gewohnten Lebensstandard zu halten. Außerdem ist seit Jahresbeginn nicht einmal mehr diese kleine Rente – jetzt Erwerbsminderungsrente genannt – sicher. Denn nur die Betroffenen erhalten sie, die so krank sind, dass sie in keinem Beruf mehr arbeiten können, nicht einmal mehr als Pförtner.
Auch höher qualifizierte Arbeitnehmer müssen – sofern sie unter 40 Jahre alt sind – jetzt jede andere Arbeit annehmen, die sie noch bewältigen, wenn sie in ihrem eigentlichen Beruf nicht mehr arbeiten können. Weigern sie sich, dann bekommen sie kein Geld von der Rentenkasse.
Privater Schutz ist notwendig
Private Vorsorge tut also Not. Sie ist mit einer Berufsunfähigkeitsrente (BU-Versicherung) möglich, die eine monatliche Rente zahlt, wenn ein Arbeitnehmer seinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kann.
Unsere Tipps:
- Zeitpunkt
Schließen Sie so bald wie möglich eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab. Auch viele jüngere Leute müssen aus gesundheitlichen Gründen ihren Beruf aufgeben. Und: Je niedriger das Eintrittsalter, desto niedriger sind die Beiträge für den Versicherungsschutz.
- Hartnäckigkeit
Wer beruflich körperlich tätig ist, hat es schwer, ein günstiges Angebot mit guten Bedingungen zu finden. Sind Sie davon betroffen, bleiben Sie hartnäckig.
- Laufzeit
Versicherungen gegen Berufsunfähigkeit zahlen oft nur eine Rente bis zum 60. Lebensjahr. Bei Vertragsschluss sollten Sie aber darauf drängen, dass Ihr Vertrag bis 62 oder 65 Jahre läuft. Ist das nicht möglich oder viel teurer, sollten Sie die Differenz anlegen. So bilden Sie ein Finanzpolster, das eine Lücke nach Ihrem 60. Geburtstag schließen könnte.
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